Friedrich Berentzen verstorben (24.02.2009)

Am vergangenen Freitag verstarb nach längerer Krankheit Friedrich Berentzen, Senior der Familie Berentzen und Gesellschaft der Berentzen-Gruppe, im Alter von 80 Jahren in Bad Rothenfelde.

Friedrich Berentzen wurde am 11.09.1928 als zweitältestes von neun Kindern des Johannes Bernhard Berentzen (1899-1954) geboren. Er studierte unmittelbar nach dem Ende des zweiten Weltkrieges Chemie an der Technischen Hochschule Darmstadt.

Bereits mit 26 Jahren übernahm Friedrich Berentzen 1954, nach dem frühen Tod des Vaters, gemeinsam mit seinem Bruder Hans die Leitung des Familienunternehmens. Mit unternehmerischem Weitblick gelang es den beiden jungen Männern die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens zu legen. Davon zeugt auch die Gründung der heutigen Vivaris-Getränke im Jahr 1958, mit der ein zweites Standbein des Unternehmens im Sektor alkoholfreier Getränke geschaffen wurde. Mit der Übernahme der Pepsi-Cola-Konzession 1960 wurde diese Entwicklung weiter forciert. Heute ist Vivaris größter PepsiCo Konzessionär Deutschlands.

„Erfinder“ des Berentzen Apfelkorns
1976 gelang Friedrich Berentzen gemeinsam mit seinem Bruder der große Wurf: Sie entwickelten den Berentzen Apfelkorn. Damit schufen Sie die erfolgreichste Spirituosenneueinführung in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg und legten den Grundstein für ein neues Segment im deutschen Spirituosenmarkt, die „Fruchtigen Spirituosen“, das bis heute zu den erfolgreichsten Segmenten überhaupt zählt.

Ein weiterer wichtiger Schritt, um den Bestand und den Erfolg des Unternehmens für die Zukunft zu sichern, folgte 1988 durch die Fusion mit Pabst & Richarz. Zwei Familienunternehmen schlossen sich zusammen und bearbeiteten fortan als Gemeinschaftsunternehmen die Geschäftsfelder „Markenspirituosen“, „Zweit- und Handelsmarken-Spirituosen“ sowie „Alkoholfreie Getränke“.

Unternehmerischer Weitblick
Gemeinsam mit seinen Kollegen setzte sich Friedrich Berentzen auch nach der Fusion für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens ein. Nach dem Börsengang Mitte 1994 öffnete sich das Unternehmen dem Publikum und erweiterte durch spätere Akquisitionen von Marken und Unternehmen wie Bommerlunder und Strothmann das Sortiment. 1996 wechselte der bis dahin für die technische Leitung zuständige Friedrich Berentzen in den Aufsichtsrat des Unternehmens, dem er bis 2002 angehörte.

Preis für Industrie im Städtebau
Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit hat sich Friedrich Berentzen auch als Heimatfreund und Denkmalschützer verdient gemacht. Als Bürgermeister seiner Heimatstadt Haselünne hat er maßgeblich zur Erhaltung der historischen Bausubstanz beigetragen. Zudem gelang es ihm, das Betriebsgelände der Berentzen-Gruppe in das historische Stadtbild Haselünnes zu integrieren. Für diese Leistung ist er mit dem Preis für Industrie im Städtebau ausgezeichnet worden. Außerdem wurden ihm das Bundesverdienstkreuz sowie das niedersächsische Landesverdienstkreuz - jeweils 1. Klasse - verliehen und er erhielt den deutschen Preis für
Denkmalschutz. Friedrich Berentzen war Ehrenbürger und zugleich Ehrenbürgermeister der emsländischen Hansestadt.

Über 50 Jahre Präsident des Heimatvereins
Als Ehren-Präsident des Heimatvereins Haselünne, dessen Vorsitz er 1956 übernahm, baute er mit Hilfe vieler Freunde das Freilicht- und Heimatmuseum auf. Als Reminiszenz an die ackerbürgerliche Vergangenheit Haselünnes wurden seit 1964 mehrere Fachwerkhäuser ins Museumsgelände eingebracht.

Quelle: Pressemitteilung Berentzen-Gruppe AG

Team Szene-Drinks.com

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